Ein berührender Impuls von Dominic Barter zum Tag der Gewaltfreien Kommunikation
Am 6. Oktober 2026 wäre Dr. Marshall B. Rosenberg, der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation (GFK), 92 Jahre alt geworden. Sein Geburtstag ist zugleich der jährlich wiederkehrende Tag der Gewaltfreien Kommunikation – eine Gelegenheit, innezuhalten, sein Lebenswerk zu würdigen und uns daran zu erinnern, was uns miteinander verbindet.
Anlässlich dieses Tages teilte Dominic Barter, der seit vielen Jahren für seine Arbeit mit Restorative Circles und dialogorientierten Konfliktprozessen bekannt ist, sehr persönliche Gedanken. Seine Worte berühren eine Frage, die auch über den 6. Oktober hinaus lebendig bleibt: Was ist es eigentlich, das uns in der Gewaltfreien Kommunikation verbindet – auch dann, wenn wir unterschiedliche Wege gehen?
Dominic beschreibt, wie grundlegend die Begegnung mit Marshall Rosenberg sein Leben und seine Arbeit verändert hat. Gleichzeitig erinnert er daran, dass sich die Gewaltfreie Kommunikation über die Jahre in unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt hat. Verschiedene Ansätze, Sichtweisen und Methoden können bereichern, aber auch Spannungen entstehen lassen. Und doch gibt es einen gemeinsamen Ursprung, zu dem wir immer wieder zurückkehren können: die Haltung der Gewaltfreien Kommunikation und die Sehnsucht nach echter menschlicher Verbindung.
Besonders berührend ist eine kleine Geschichte, die Dominic aus seiner eigenen Praxis erzählt. Bei einem Besuch auf einem Bauernhof begleitete er eine Familie, die gemeinsam nach einer Vorstellung für ihre Zukunft suchte. Während einige Familienmitglieder ein strukturiertes Gespräch bevorzugten, hatte die Großmutter eine ganz andere Vorstellung davon, wie Verständigung gelingen könnte. Sie vertraue keinem Gespräch, das nicht während einer nützlichen Tätigkeit stattfinde, erklärte sie. Also sammelten Dominic und die Großmutter gemeinsam Walnüsse – und kamen dabei miteinander ins Gespräch.
Was auf den ersten Blick unscheinbar wirken mag, trägt für Dominic etwas Wesentliches von Marshalls Lebenswerk in sich: Menschen dort begegnen, wo sie gerade sind. Zuhören, ohne einen bestimmten Weg vorzugeben. Offen bleiben für die Kreativität und die ganz eigenen Möglichkeiten des Gegenübers.
Es braucht dafür nicht immer einen besonderen Rahmen, eine ausgefeilte Methode oder einen perfekt vorbereiteten Prozess. Manchmal entsteht Verbindung ganz nebenbei – während wir Walnüsse sammeln, gemeinsam etwas gestalten oder einfach bereit sind, einander wirklich zuzuhören.
Dominic erinnert in seiner Nachricht an zwei Formulierungen von Marshall Rosenberg: die „Sprache des Herzens“ und die „revolutionäre Sprachfähigkeit“. Sie stehen für eine Gewaltfreiheit, die nicht allein in Konzepten und Worten existiert, sondern in unserem alltäglichen Handeln lebendig wird.
Vielleicht liegt genau darin auch eine wunderbare Möglichkeit, Marshalls Lebenswerk zu würdigen: nicht ausschließlich, indem wir über Gewaltfreie Kommunikation sprechen, sondern indem wir sie leben. Indem wir neugierig bleiben, wenn andere Menschen andere Wege wählen. Indem wir Unterschiede nicht zwangsläufig als Trennung erleben müssen. Und indem wir immer wieder danach suchen, was uns jenseits verschiedener Strategien miteinander verbindet.
Der Tag der Gewaltfreien Kommunikation liegt inzwischen hinter uns. Doch das, woran er uns erinnern möchte, ist an kein Datum gebunden. Vielleicht schenken uns Dominics Gedanken gerade jetzt einen wertvollen Impuls, die Gewaltfreie Kommunikation auch dort lebendig werden zu lassen, wo wir sie zunächst gar nicht vermuten würden.
Denn manchmal braucht es für Verbindung nicht mehr als zwei Menschen, die bereit sind, einander zuzuhören. Und vielleicht einen Korb voller Walnüsse. ❤️
Dieser Beitrag basiert auf einer persönlichen Nachricht von Dominic Barter anlässlich des 92. Geburtstags von Marshall B. Rosenberg am 6. Oktober 2026. Die Gedanken und die geschilderte Begegnung wurden für diesen Blogbeitrag redaktionell zusammengefasst und sinngemäß wiedergegeben. Die zeitlichen Bezüge wurden angepasst, da der Tag der Gewaltfreien Kommunikation bereits stattgefunden hat.
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